Elektronische Schließsysteme können den Versicherungsschutz gefährden

02. November 2018

Unternehmen, die ihre Gebäude mit elektronischen Schließsystemen ausrüsten, gefährden ihren Versicherungsschutz. Entschädigungsleistungen können stark gekürzt werden.

Das ist natürlich nicht grundsätzlich so. Wenn jedoch elektronische Schließanlagen nach dem Abschluss des Versicherungsvertrages verändert oder neu installiert werden und in diesem Zusammenhang keine Information durch den Versicherungsnehmer an die Versicherungsgesellschaft erfolgt, stellt dies in der Regel eine Pflichtverletzung dar.

Warum ist das so? Die Versicherungsgesellschaft beurteilt Ihr Gebäude vor dem Vertragsabschluss aufgrund der vorhandenen Risikomerkmale und stuft Ihr Gebäude in die entsprechende Tarifgruppe ein. Sofern im Nachhinein Änderungen an dem Gebäude vorgenommen werden (dies betrifft also auch die zum Gebäude gehörenden Schließsysteme), passen die Risikoklasse des Gebäudes und der gebotene Versicherungsschutz unter Umständen nicht mehr zusammen. Sofern kein Schaden eintritt, ist das relativ unproblematisch – die Prämie wird nochmal neu kalkuliert und ggf. angepasst. Doch wenn sich ein Schaden ereignet, z.B. ein Einbruch mit Diebstahlfolge aufgrund einer nicht abgeschlossenen Tür, dann ist die Versicherungsgesellschaft berechtigt, Kürzungen der Entschädigungsleistungen vorzunehmen.

Um Ärger im Versicherungsfall zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen also, dringend zu prüfen, ob in Ihren Gebäuden nach Abschluss des Gebäudeversicherungsvertrages elektronische Schließsysteme verändert oder neu installiert wurden und die Versicherungsgesellschaft darüber in Kenntnis zu setzen. Diese sollte Ihnen dann schriftlich bestätigen, dass sie den neuen oder veränderten Risikozustand des Gebäudes akzeptiert und dass dieser sich nicht negativ auf den Versicherungsschutz auswirkt.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Dann kommen Sie auf uns zu – wir beraten Sie gern und umfassend.